Alle Menschen sind gleich? 

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Der vielzitierte Geert Hofstede beruft sich in seinem Buch "Lokals Denken, Globales Handeln" (München: dtv Beck Wirtschaftsberater. 2001) auf den französischen Soziologen Pierre Bourdieu und spricht von der „kollektiven Programmierung des Geistes“. (ebd., S. 4) Dabei gibt es drei Ebenen der Einzigartigkeit in der mentalen Programmierung des Menschen. Zunächst stellt er jedoch erst einmal fest, dass alle Menschen gleich sind. Alle haben grundsätzlich zunächst einmal die gleichen Bedürfnisse. Neben den rein physischen, auch z.B. das Bedürfnis nach Anerkennung, Sicherheit, Zugehörigkeit, Liebe und Sinnhaftigkeit. Jedoch, wie diese Bedürfnisse geäußert und befriedigt werden ist von Kultur zu Kultur verschieden. Wie Anerkennung und Liebe gezeigt werden ist unterschiedlich. Geschieht es eher leise im Stillen, ganz privat oder sollte das eher eine öffentliche Angelegenheit sein? Es gibt, so wird hier deutlich, Kulturen bei denen Introversion vermehrt ein Wert ist. In anderen Kulturen geht es eher laut zu, Emotionen werden gezeigt, Gefühle geäußert und über alles gesprochen – eher extrovertiert.

Trotzdem ist nicht jeder Angehörige dieser Kultur automatisch extrovertiert oder introvertiert. In der eher zurückhaltenden thailändischen Kultur, gibt es auch extrovertierte Menschen und ebenso gibt es in Deutschland eher indirekte Menschen. So kommen die drei Ebenen der Einzigartikeit zustande: Ganz unten die menschliche Natur, darüber die Kultur und oben schließlich die Persönlichkeit.

Alle haben die gleichen Bedürfnisse, äußern und befriedigen sie aber kulturell verschieden. Alle? Nein. Persönlichkeitsunterschiede spielen ebenfalls eine große Rolle und können von der Kultur abweichen.